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Zollschanze, Turmschanze und der Festungsbereich Friedrichstadt

Die ehemalige Friedrichstadt wurde als Schanze für die Belagerung 1550/51 errichtet. Bereits im Mittelalter befand sich an gleicher Stelle eine Schanze, die damals als Zollschanze bezeichnet wurde. Der Brückenkopf wurde Bestandteil der Festung Magdeburg zur Befestigung des Elbübergangs. Ein erster größerer Ausbau fand in den Jahren 1709-14 statt, dem eine umfangreiche Erweiterung durch den Festungsbaumeister Walrave von 1718-31 folgte. Die nach Westen über die Elbe führende Brücke erhielt einen massiven Torturm. Daher auch die Bezeichnung als Turmschanze.







Die 450 Meter lange Kehllinie erhielt nun vier Bastionen mit drei ganzen und zwei halben Bastionen. Der Hauptwall der Turmschanze bildete ein Polygon. An dessen Eckpunkten wurden Rondelle und an den beiden Abschlusspunkten zur Kehle halbe Rondelle errichtet. Um die Rondelle wurden Bastionen angelegt. Den Hauptwall deckten Ravelins mit zwei Facen, von denen die beiden mittleren mit Wallabschnitten und einem Reduit versehen waren. Je eine Stauschleuse regelte am oberen und unteren Anschluss des Hauptgrabens an das Elbufer den Wasserstand. Die Schleusen wurden als Oberbär und Unterbär bezeichnet. Ein Straßenname erinnerte noch an den Unterbär. Die Turmschanze war von einem Glacis umgeben, im Volksmund Zuckerbusch genannt. Eine Straße auf dem ehemaligen Glacisgelände heißt noch heute so.

Der Turm diente als Pulvermagazin und musste aus Sicherheitsgründen umgangen werden. Dazu war es notwendig von der Langen Brücke zum Ufer einen Brückenabzweig zu errichten. Der Innenraum der Schanze wurde 1731, nach Beseitigung der alten inneren Festungsbauten, für die Wohnbebauung freigegeben. Die Straßen wurden nach militärischen Gesichtspunkten angelegt. Von einem kreisrunden Marktplatz führten fünf Straßen zu den wichtigsten Eckpunkten, den Rondellen der Schanze. Die neue Siedlung erhielt den Namen Friedrichstadt.








Die Friedrichstadt wurde oft auch als Soldatenstadt bezeichnet und wird heute Brückfeld genannt. Ein letzter Umbau der Turmschanze erfolgte ab 1870. Mit dem Aufkommen neuer Waffentechnik verlor die Turmschanze, wie die gesamte Festung Magdeburg, an Bedeutung und wurde schließlich aufgegeben und abgerissen.















Quellen

Die östliche Magdeburger Vorstadt erhielt ihren Namen nach dem ehemaligen König und besaß anfangs weder eine Schule noch eine Kirche. Die Einwohner der Friedrichstadt wurden stets auf die Einrichtungen in der Altstadt verwiesen.

Nach langem Drängen und Bitten erhielt die Gemeinde der Friedrichstadt 1798 vom preußischen König das Gebäude Heumarkt l (Foto links) geschenkt, das ihnen in der Folgezeit als Schule und Gebetshaus diente. Doch bald genügte dieser Raum nicht mehr. Nach zähen Verhandlungen und mühsamer Beschaffung finanzieller Mittel konnte endlich ein Kirchenbau geplant werden. Trotz großer Schwierigkeiten konnte im Jahre 1881 endlich der Grundstein gelegt werden. 1892 wurde die Kirche (Foto rechts) eingeweiht und durfte sich seit 1897 Lutherkirche nennen. Kaiser Wilhelm I. stiftete ihr drei Bronzeglocken, gegossen aus erbeutetem französischem Kriegsmaterial, wovon bereits im ersten Weltkrieg zwei wiederum zu Kriegsmaterial wurden.

Beim ersten schweren Luftangriff auf Magdeburg, Ende Januar 1944, wurde die Kirche durch Bomben komplett zerstört und später die Mauerreste abgetragen.