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Das Sudenburger Tor

Schon 1306 gab es ein einfaches Torhaus mit einem Rundturm, vermutlich in einer hölzernen Palisadenwand. Die Reste des Turmes wurden später zusammen mit einem alten Wappenstein gefunden und am neuen Tor angebracht. 1546 wurde die Fertigstellung des Sudenburger Tores gemeldet.







3D-Grafik von Bernd Werner, Stadtseite um 1600



Rekonstruktionsversuch Feldseite von Helmut Menzel, FG Festungsanlagen



Um 1467 wurde der Turm auf zwei Seiten mit niedrigen Flankentürmen ergänzt. Im Inneren des Torturmes sind die unteren zwei Obergeschosse vermutlich gewölbt gewesen, während das dritte Obergeschoss wohl eine Holzbalkendecke hatte. 1525-46 erfolgte eine Veränderung der Gesamtanlage. Seit 1625/26 lag vor dem Bollwerk mit ausgerundeter Kontreskarpe ein Ravelin mit Wall und Graben. 1631 brannte der Turm, der auch als Wohnung diente, aus.

Der ausgebrannte Torturm des Sudenburger Tores ist abgerissen worden, obwohl das Tor selbst erhalten blieb. Nach mehreren Umbauten an den vorgeschobenen Werken um 1700 und 1706 ließ Friedrich II. 1773 die Türme des Sudenburger Tores auf Wallhöhe abtragen und Erdwälle auf den Dächern anlegen. Außerdem wurden umfangreiche Ausbesserungsarbeiten an dem mittlerweile etwas marode gewordenen Bauwerk durchgeführt.







Altes Sudenburger Tor, Stadtseite vor dem Abriss 1871/72



Altes Sudenburger Tor, Feldseite vor dem Abriss 1871/72






Torpassage des alten Sudenburger Tores



Ausgrabung Breiter Weg/Ecke Danzstraße



1850 wurde noch infolge mehrerer schwerer Unfälle parallel zum Hauptportal des Tores ein separater Fußgängerdurchgang durch den Wall gebrochen. Doch schon 1871/72 wurde das Tor infolge der südlichen Stadterweiterung vollständig abgebrochen. 2008 wurden bei Ausgrabungen im Zuge von Straßenbaumaßnahmen Reste des alten Sudenburger Tores freigelegt und anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Südlich des Kreuzungsbereiches der jetzigen Hallischen Straße/Am Sudenburger Tor entstand 1869/70 das neue Sudenburger Tor. Es sollte das letzte sein und wurde bereits 1896 wieder abgerissen. Reste des Bauwerkes sind auf beiden Seiten der Hallischen Straße noch erhalten.

Der uralte Wappenstein des alten Sudenburger Tores befand sich in der Folgezeit im Museum und im Kloster unserer Lieben Frauen. Derzeit soll er sich wieder im Fundus des des Kulturhistorischen Museums Magdeburg verstecken.







Wappenstein des alten Sudenburger Tores



Das neue Sudenburger Tor in der Hallischen Straße






Quellen

Reste vom Torhaus des neuen Sudenburger Tores, 2010