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Der Stern (Fort Berge, Sternschanze, später Kavalier II)

Das Fort Berge, wegen seiner Sternform als Stern“ bezeichnet, war das stärkste Verteidigungswerk der alten preußischen Festung Magdeburg und markierte deren südlichste Ausdehnung. Sein Gelände umfasste etwa achteinhalb Hektar. Die alte Sudenburg (Bild links, auf der linken Seite) verhinderte durch ihre Nähe zur Stadt einen ausreichend widerstandsfähigen Ausbau der Südfront und musste deshalb im einen Teil ihrer Fläche opfern. 1714 entwarf Ing.-Oberstleutnand von Bosse vom Regiment Armin zu Fuß“ im Auftrag des Gouverneurs Fürst Leopold von Anhalt Dessau das Fort Berge“, konnte aber an dessen Bau nicht mehr mitwirken, da er bereits 1718 verstarb. 1721 wurde unter Regentschaft Friedrich Wilhelms I. der Bau der südlichen Schanze begonnen. Der Ingenieur-Offizier und spätere Kommandeur des preußischen Ingenieurkorps Gerhard Cornelius von Walrave konnte in nur vier Jahren die Baumaßnahme verwirklichen. Die damals neuartige sternförmige Anordnung der vier spitzwinkligen Lünetten garantierte eine ständige Verteidigungsbereitschaft des Forts in alle Richtungen.








Eine Ironie der Geschichte ist, dass Walrave (siehe Gefangene) später eine mehr als zwanzigjährige Festungshaft im Stern“ verbüßen musste, wofür im Donjon eigens ein Haus errichtet wurde. Ein weiterer berühmter Gefangener im Stern“ war Friedrich Freiherr von der Trenck (siehe Gefangene), der nach einem missglücktem Fluchtversuch aus der Magdeburger Zitadelle in der speziell dafür errichteten Trenck-Kasematte der Sternschanze untergebracht wurde.








1869 – 1872 wurde die Sternschanze mit ungeheuren Kosten umgebaut und in die Festungswerke der neuen Südfront (siehe Südfront) eingegliedert. Sie verlor dadurch jedoch ihre namensgebende ursprüngliche Gestalt. Die Kasematten des Donjon wurden erweitert, um Platz zur Unterbringung von 2000 Mann Besatzung zu schaffen. Gleichzeitig konnte das bombensichere Bauwerk als Depot für Waffen, Munition und Kriegsmaterial genutzt werden. Das labyrinthische Netz unterirdischer Minengänge erstreckte sich über etwa 2,5 km.








Von dem imposanten Bauwerk preußischer Festungsbaukunst, das mit Millionenaufwand errichtet wurde, ist heute leider nichts mehr erhalten. 1904 wurde der Stern durch das Magdeburgische Pionierbataillon (siehe Regimenter) vollständig abgesissen. 40 000 m³ Mauerwerk wurden abgebrochen, mit Hilfe von 9,3 Tonnen Pulver und fast einer halben Tonne Sprengstoff, die in 713 Einzelladungen zur Explosion gebracht wurden.







Quellen



Einzig das Portal war geblieben und stand noch einige Jahre in der heutigen Hegelstraße Höhe Geißlerstraße. Später kam das Sterntor“ (siehe Tore) nach Berlin und 1937 wieder nach Magdeburg, wo es bis zum Ende des 2. Weltkrieges am Domplatzes neben dem Zeughaus stand. Engagierte Magdeburger bemühen sich seit Jahren darum, dass ehemalige Eingangstor des Stern“ wieder aufzubauen, am Domplatz, etwa einen Kilometer nördlich seines ursprünglichen Standortes.