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Das Schrotdorfer Tor

1236 entstand das Schrotdorfer Tor etwa an der heuten Straßenkreuzung Otto-von-Guericke-Straße/Erzbergerstraße/Virchowstraße. Wie der Name des Tores schon sagt, führte der Weg aus der Stadt auch in das Dorf Schrotdorf. Durch Ausgrabungen nachweislich, hatte es weiter in Richtung Alter Markt schon Vorgängertore gegeben, die der wiederholten Stadterweiterung zum Opfer gefallen waren. Im 15. Jahrhundert verbreiteten sich Feuerwaffen und Kanonen. Dagegen mussten neue Stadtbefestigungen errichtet werden, vorgelagerte Gräben und ein Stadtwall mit neuen Verteidigungswerken, was auch eine vollständige Veränderung des Schrotdorfer Tores nach sich zog.

1460-67 wurde unmittelbar vor dem Torturm ein mächtiger Geschützturm mit dem Namen Klenken“ errichtet, um die Torsituation zu verstärken. Der Name bezieht sich auf Ortgis Klenken von Althausen, einen Raubritter und Wegelagerer, der der Stadt einst Fehde angesagt hatte. 1466 wurde er gefangen genommen. Er kaufte sich mit Lösegeld frei, dass 1467 zum Bau des Turmes verwendet wurde. Da die Tordurchfahrt durch den Turm versperrt wurde, entstand mit der Anlegung des Hauptwalls eine stark linksgerichtete, nach Süden führende Torpoterne, die am Ende des Ganges nach Westen abknickte, um aus der Außenmauer herauszutreten. Eine Zugbrücke stellte die Verschlusssicherheit her und eine hölzerne Brücke führte über den Stadtgraben. Den Abschluss der Toranlage bildete ein Torhaus. Links und rechts der Anlage schloss der Hauptwall mit Niederwall und Zwinger an.






Rekonstruktionsversuche von Helmut Menzel, FG Festungsanlagen



1626 wurde ein großes Ravelin mit Graben, Wall und wohl auch mit einer hölzernen Palisadenwand vor dem Tor errichtet. Während der Belagerung 1631 und der Eroberung ist das Tor zum Teil zerstört worden. Es wurde nicht sofort wieder aufgebaut, sondern lag noch einige Jahre wüst. 1635 rückte die schwedische Besatzung aus der zerstörten Stadt ab und eine sächsische zog ein. Erst 1637 war das Tor für militärische Zwecke wieder hergerichtet und geöffnet, hieß aber der Trandorff“, nach dem Kursächsischen Oberst von Trandorff, 1638 und 1644 Magdeburger Kommandant. 1666 rückte die brandenburgische Garnison unter dem Großen Kurfürsten in Magdeburg ein. Bis zum Jahre 1680 wurden die Außenwerke der Stadttore in ihrer Form beibehalten. Das Ravelin vor dem Schrotdorfer Tor wurde aber nun mit „Oranien“ bezeichnet. 1688 wurde das Schrotdorfer Tor geschlossen, bevor 1690 die Umgestaltung in eine Bastion „Oranien“ mit zwei Facen, zwei Flanken, mit Innenhof und Rampen zum Graben sowie zur Spitze auf dem Wall erfolgte. In der Folgezeit diente das Tor nur noch als Kriegstor. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ließ Friedrich II. die Wallanlagen grundlegend verändern. So wurden die Türme größtenteils abgetragen und die Kaponnieren bis auf Wallhöhe zurückgebaut. Letzte Umbauten der Torpassage erfolgten zwischen 1830 und 1870. Die Beseitigung des Schrotdorfer Tores begann nach dem Krieg 1871. Reste der Toranlage, wie der Grabenturm Klenken“, standen noch bis 1951.






Schrotdorfer Tor, Stadtseite vor dem Abriss


Schrotdorfer Tor nach dem Abriss




Quellen

Turm „Klenken“ in den 1930-er Jahren, Stadtseite

Turm „Klenken“ in den 1930-er Jahren, Feldseite