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Die Nord- und Nordwestfront der Festung Magdeburg

Das wichtigstes Festungswerk der Nordfront war während der Belagerung und Erstürmung Magdeburgs 1631 das Neue Werk“, wo die Erstürmung der Stadt leider doch gelang (siehe Bild rechts). Es bestand aus einem Niederwall, einem Hauptwall, dem Hauptgraben, Zwingerraum, einer Bastion mit eigenem Hornwerk und dem Rondell mit dem Welschen Turm aus dem Jahre 1440. Bereits 1688 war die Bastion „Magdeburg“ (7, Grafik 1) vor dem Schrotdorfer Tor (siehe Tore) entstanden. Ihr folgte der Bau der Bastion „Halberstadt“ 1707 (8, Grafik 1), dazwischen die Tenaillesperre. 1688 wurde vor dem Krökentor (siehe Tore), statt des alten Hornwerkes, die neue Bastion „Hessen“ (9, Grafik 1) errichtet. Dazwischen lag eine Tenaille und davor seit 1709 das Ravelin „Hessen“. Weiter rechts entstand nach 1688 die Bastion „Mark“(10, Grafik 1), dazwischen Tenaille „Hessen“ und danach Tenaille „Mark“. Das Neue Werk von 1626 wurde 1688 zur Bastion „Preußen“ (11, Grafik 1) umgebaut. Vorgelagert wurden 1709 das Ravelin „Mark“ und die Lünette „Preußen“.




Auszug aus einem Gemälde von Helmut Menzel, FG Festungsanlagen

Auszug aus einem Gemälde von Helmut Menzel, FG Festungsanlagen





Um 1750 hatte die Nordfront ihre größte Ausdehnung innerhalb der damals stärksten Festung Preußens erreicht. Weitere Bastionen, wie Friedrich“ (26) Wilhelm“ (27), Heinrich“ (28), Braunschweig“ (29), Ferdinand“ (30), Lüneburg“ (31) und Hessen“ detachiert (32) waren entstanden, ergänzt durch Ravelins, halbrunde Rondelle, Reduite, Enveloppen hinter den abschließenden Glacis und mehrere Lünetten an der Elbe nordwärts gestaffelt, vor den bestehenden Werken. Auch sie erhielten Namen oder wurden namentlich zugeordnet.



Grafik 1





Um 1800 fand eine Vereinfachung der Werke statt, um die Verteidigungskraft zu erhöhen. 1816 wurden die Werke mit Blockhäusern und Pulvermagazinen ergänzt. 1822-25 entstand südlich der Bastion „Magdeburg“ (7, Grafik 1) die Kaserne „Ravensberg“ (siehe Kasernen) und weiter nördlich, links der Bastion „Halberstadt“ (8, Grafik 1), die Kaserne „Magdeburg“ (siehe Kasernen), genutzt vom 3. Magdeburgischen Infanterieregiment Nr. 66 (siehe Magdeburger Regimenter). Ab 1850 wurden die Bauwerke der Nord- und Nordwestfront mit zahlreichen Quertraversen ergänzt. Die unmittelbar an die Stromelbe heranreichenden Werke mussten nun in Teilen der Eisenbahnstrecke Magdeburg-Wittenberge weichen.

1860 wurde die Passage der Hohen Pforte (22, Grafik 2) im Zuge des Baus der Defensionskaserne „Mark“ (14, Grafik 2, siehe Kasernen) begradigt. Ende der sechziger Jahre wurde auch die Passage des Krökentores einfacher und passantenfreundlicher gestaltet.

Nach dem Krieg 1870/71, im Zuge der westlichen Stadterweiterung mit Errichtung des Zentralbahnhofes 1873 sowie einer neuen Westfront, wurden innere Werke der Nordwestfront, wie die Bastion „Magdeburg“ eingeebnet, der Schrote-Exerzierplatz“ hinter der Kaserne Magdeburg“ (siehe Kasernen) angelegt und zusätzliche Wohnbaracken sowie Wagenhäuser errichtet. Das verschlossene Schrotdorfer Tor (siehe Tore) wurde als Kriegstor neu angelegt.




Grafik 2




Quellen



1888 wurde die Nordfront zugunsten der dringend nötigen Stadterweiterung aufgegeben, verbunden mit ihrer Desarmierung, einer Verlegung der Kasernen aus den Kavalieren an neue Standorte und einem Verkauf der Grundstücke, vor allem an den Magistrat der Stadt Magdeburg, die Preußischen Eisenbahnen und die Garnisonsverwaltung. Nur wenige Gebäude existieren noch.