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Tor am Möllenvogteigarten

Das alte Tor im Möllenvogteigarten ist das älteste noch vorhandene Magdeburger Stadttor. Es steht für eine Reihe ähnlicher Tore, die allesamt nicht mehr vorhanden sind, wie das Peterstor (Fischertor), die Augustinerpforte, das Lakenmachertor (Pforte beim Stockhause), das Johannistor (Elbtor, Kauftor, Neues Tor, Wassertor), das Gerbertor, die Wasserpforte (Seidenbeutelpforte, Wassertor), die Rohlpforte (Rolovespforte) und die Pforte nach dem Fuchsloch“. Sie alle hatten gemeinsam, dass sie den Bürgern der Stadt einen Zugang zur Elbe durch die Stadtmauern ermöglichten.






Möllenvogteigarten mit Tor (2) um 1600, Rekonstruktion von Helmut Menzel, FG Festungsanlagen


Ölgemälde von Helmut Menzel, 2007



Beim Möllenhof gab es einst in Richtung Stadt nur zwei kleine Pforten mit einem Graben dazwischen, der durch eine einfache hölzerne Fallbrücke gesperrt werden konnte. Vor dem einen Pförtchen befand sich eine starke Eisenkette, die der Rat nachts schließen ließ. 1492 ließ Erzbischof Ernst von Sachsen diese Kette entfernen und 1493 das Pförtchen und den Graben beseitigen. Gleichzeitig begann er den Bau einer gemauerten Tordurchfahrt, als Hinterausfahrt vom Domplatz durch den Möllenhof. Die Torausfahrt wurde 1495 fertiggestellt und ist das einzige, noch erhaltene, freistehende Tor in Magdeburg.

Der Torbogen ist ein gotischer Spitzbogen. Auf der Westseite befinden sich drei ziegelgefasste Wappenfelder, die ursprünglich mit dem Stiftswappen, dem erzbischöflichen Wappen und dem Stadtwappen farblich gestaltet waren. Zum Tor führte vom Niveau des Domplatzes eine Rampe hinunter, deren östlicher Teil noch erhalten ist. Die Leibungen des Tores sind ungewöhnlich schiefwinklig, wofür der damals an der Ostseite scharf abbiegende Weg verantwortlich war, in den die Wagen sonst nicht hätten einbiegen können. Um 1600 wurde ein großer Neubau der Möllenvogtei direkt neben dem alten Tor errichtet.






Möllenvogteigarten bei Nacht, 2010


Tor mit den drei Wappen, Blickrichtung Möllenvogteigarten, 2012


Quellen

Im unteren Teil des späteren Vogteigartens lag 1377 eine Mühle, nach der man den Vogt „Möllenvogt“ nannte. Unweit der Mühle befand sich ein kleiner Hafen. Die Mühle existierte zur Zeit der Errichtung des Tores nicht mehr. Die freigelegten und restaurierten Mauern im idyllischen Möllenvogteigarten vermitteln einen Eindruck der damaligen Situation. Das Tor und der Garten sind auf jeden Fall einen Besuch wert.