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Das Krökentor

1891 wurden beim Neubau des Hauses Breiter Weg Nr. 70 Fundamente eines starken Turmes gefunden, der zu einer alten Toranlage gehörte, etwa dort, wo sich der Katzensprung und die Schwertfegerstraße trafen (zwischen Altem Markt und heutiger Julius-Bremer-Straße). Das alte Tor befand sich wahrscheinlich schon auf dem Breiten Weg und hatte noch keinen (oder einen unbekannten) Namen.

Das Tor wechselte danach noch mindestens zweimal seinen Standort. Die Bezeichnung Krökentor stammt vermutlich aus der ersten Verlegung 1236, im Zuge der Stadterweiterung unter Erzbischof Albrecht II. von 1213-36. Dieses Tor mit der dazugehörigen Stadtmauer befand sich etwa 53 Meter nördlich der Katharinenkirche und kann ebenfalls durch Ausgrabungen belegt werden.






Krökentor (links) mit Katharinenkirche (Mitte) und altem Markt (rechts) im 16. Jahrhundert


Torpassage 1750

Torpassage 1885



Das Krökentor verdankt seinen Namen wohl der Katharinenkirche, die 736 Jahre lang am Breiten Weg stand, bis sie in den 1960-er Jahren dem Bau des Hauses der Lehrer“ (heute Katharinenturm) weichen musste. Der Name entwickelte sich wahrscheinlich aus der Bezeichnung „Kerkenthor“ (Kirchentor). In der Schöppenchronik 1377 taucht dann bereits die Bezeichnung „Krokendor“ auf.

Ein weiterer Standortwechsel des Tores begann etwa 1402 mit der Anlage einer neuen Stadtmauer (südlich der heutigen Listemannstraße) und zog sich wegen wiederholter Umbauten bis Ende der 1460-er Jahre hin. Mit der Entstehung des Hauptwalls 1467 war die Errichtung eines gewölbten Torganges erforderlich. Dadurch entstand das äußere Tor und der 1459 errichtete Torturm bildete nun das innere Tor. Bei jeder Versetzung des Krökentores ist auch ein altes Wahrzeichen mitgenommen und neu vermauert worden, das aus zwei steinernen Füßen bestand. Es befand sich zuletzt an einem Strebepfeiler des äußeren Tores (Sage vom eingemauerten Kind am Krökentor).

1625 erhielt Magdeburg von Wallenstein die Rechte zur Erweiterung der Verteidigungswerke. Feldseitig vor dem Krökentor entstand ein Hornwerk aus einem Graben-Wall-System mit zurückgesetzter Kehle. Während der Eroberung der Stadt 1631 sind die Türme und Tore der Stadt weitgehend erhalten geblieben, obwohl Sprengungen durchgeführt wurden. 1635 rückte die schwedische Besatzung in Magdeburg ein und regelte auch wie mit dem Torschlüssel des Krökentores umzugehen sei. Sie sollten beim Kommandanten Nacht für Nacht eingeschlossen werden. Das stark beschädigte Krökentor wurde jedoch erst 1637 wieder für den Verkehr freigegeben.






Krökentor, Torhof Stadtseite


Krökentor, Feldseite mit Kaponniere








Quellen

1666 erhielt Magdeburg eine brandenburgische Besatzung und 1680 hatte man das Hornwerk vor dem Krökentor in Bastion „Hessen“ (siehe Bastion „Hessen“) umbenannt, aber in seiner Grundform noch nicht verändert. Die Torpassage über mehrere hölzerne Zugbrücken. 1773 ließ Friedrich II. den Grabenturm am Krökentor bis auf die unteren Geschosse abtragen und in Wallhöhe mit Erde abgedecken. 1800 wurde die innere Mauer (Stadtmauer) weitgehend beseitigt. 1818 wurde die Torpassage verbreitert und teilweise gepflastert.

Der baufällige Torturm wurde 1828 abgerissen. 1865-70 wurde die Trassierung der Passage nochmals geändert und 1877-79 die Reste des Torhofes (Bild unten links) und der inneren Toranlage beseitigt. 1888 wurde das äußere Tor mit der Kaponniere gesprengt.