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Die Hohe Pforte

Die älteste bekannte Toranlage der späteren Hohen Pforte, vermutlich 1213 erbaut, wurde im 13. Jahrhundert noch als Odulphspforte bezeichnet, wegen ihrer Nähe zur Kirche St. Odulph, der späteren Jakobikirche. 1401/ 02 wurde das Hohepfortetor mit dem Neubau der Stadtmauer schon namentlich erwähnt. 1450-67 wurde das Verteidigungssystem im Norden umgebaut und 1461 der „Hohe Turm“ am Tor errichtet. 1467 ordnete Erzbischof Johann die Anlage eines neuen Grabens und Hauptwalls an, von der Elbe bis zum Krökentor. Die Hohe Pforte erhielt eine Zugbrücke.




Während der Belagerung 1550/ 51 spielten sich an den Stadtbefestigungen zwischen der Altstadt und der demolierten Neustadt dramatische Szenen ab. Vom Jakobikirchturm feuerte der Büchsenmeister Andreas Kritzmann mit seiner Kammerbüchse über den Wall in die Laufgräben der gegnerischen Landsknechte und verursachte dort enorme Verluste. Aber auch die Belagerer schossen über die Hohe Pforte hinweg und es gelang ihnen den Kirchturm zu zerstören. Zahlreiche Ausfälle aus der Stadt wurden durch dieses Tor im Laufe der Jahrhunderte unternommen, wie auch bei der Belagerung 1631. Die Zerstörung der Stadt am 10. Mai 1631 machte auch vor den Stadttoren nicht halt.

1635 rückte die schwedische Besatzung aus der Stadt ab und eine sächsische Besatzung zog ein, musste aber bereits 1666 einer brandenburgischen Besatzung Platz machen.


Torpassage 1750

Torpassage 1885



Die Wiederherstellung und Öffnung der Hohen Pforte erfolgte nach dem Dreißigjährigen Krieg erstmals wieder 1688. Inden Jahren 1700-1706 wurde der Stadtwall mit den davor liegenden Werken, den Toren und Wallpassagen umgestaltet. 1773 ließ Friedrich II. fast alle Türme, auch den des Hohepfortetores, nebst oberstem Geschoss mit Zinnenkranz und polygonalem Satteldach der Kaponniere, auf Wallhöhe abtragen. Die Tordurchfahrt wurde neu überwölbt und mit Erde bedeckt.






Stadtseite der Hohen Pforte


Feldseite der Hohen Pforte








Quellen

Die Hohe Pforte war bis 1800 die einzige Verbindung in die Neustadt. Nach 1818 wurde die Außenseite des Tors architektonisch neu gestaltet. 1860 kam es im Zusammenhang mit dem Bau der Kaserne „Mark“ (siehe Kasernen) zu Veränderungen in den Wallanlagen. In dem Zuge wurde 1863 auch die Torpassage der Hohen Pforte neu trassiert. 1865 wurde das Außentor erneut verändert und in das Ravelin „Schweden“ verlegt.

Bald darauf hatte auch die Hohe Pforte ihre Funktion verloren. Die neuen verkehrstechnischen Erfordernisse erzwangen 1888 den Abriss der kompletten Toranlage. Ein Pfeiler des ehemaligen Torverschlusses wurde in den Hohepfortewallpark an der Gustav-Adolf-Straße versetzt, wo er heute noch steht.