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Der Fürstenwall





Im 12. Jahrhundert verschob sich das Flußbett des westlichsten Elbarmes (heutige Stromelbe) nach Osten. Unterhalb des Domfelsens entwickelte sich ein Sumpfgebiet, dass zunehmend als Gartenland genutzt wurde. Ab 1430/31 entstanden hölzerne Pallisadenmauern, Wehrtürme und Tore unterhalb des Magdeburger Domes, im Bereich des heutigen Fürstenwalls. 1525 wurden feste Stadtmauern als Zwingeranlage (zwei parallele Mauern) und weitere Befestigungswerke errichtet. Der Wehrturm „Hinter der Ausfahrt zur Möllenvogtei“ diente nun als Wasserkunst. Zu den Zeiten der Belagerung Magdeburgs 1550/51 und 1630/31 hatten die östlichen Stadtmauern des späteren Fürstenwalls militärisch noch große Bedeutung. 1700-22 ließ der brandenburgische Festungskommandant General von Stille auf Befehl des Gouverneurs Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, den elbseitigen Hauptwall verlängern und im neuen Abschnitt Kasematten errichten. Die Erddecke des Walls wurde zu einer Promenade mit Baumallee umgestaltet.




Magdeburger Fürstenwall um 1850


Postkarte um 1900



Um 1750 entwickelte sich Magdeburg zur stärksten Festung Preußens. Der Fürstenwall behielt auch weiterhin seine Funktion als Festungswerk. Die Kasematten wurden nun jedoch auch für zivile Zwecke vermietet. 1806-14, während der Zeit der französischen Besetzung, exerzierten die Garnisonstruppen auch auf dem Fürstenwall. 1820 entstand aus der Wasserkunst eine Badeanstalt. Ab 1839 wurde vor dem Fürstenwall zur Elbe hin Erde aufgeschüttet, um Gelände zum Bau der Eisenbahntrasse zu gewinnen. Die erste Magdeburger Eisenbahnstrecke konnte 1840 in Betrieb gehen, die Strecke Magdeburg-Leipzig. Im Zuge der Stadterweiterung entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts am südlichen Ende des Fürstenwalls ein kleiner Park mit einem Denkmal, das an die Kriege von 1866 und 1870/71 erinnert ( mehr zum Park auf der Gartenkunst-Seite von Michael Keller), sowie das Palais am Fürstenwall (Fotos) als preußisches Generalkommando des IV. Armeekorps und Gästehaus der kaiserlichen Familie. In Höhe der Gouvernementstraße wurde der Fürstenwall durchbrochen und mit einer Brückenanlage versehen.

Grundrisse der Kasematten im nördlichen Teil des Fürstenwalls




Postkarte von 1916 (in Höhe der Brückenanlage)


Generalkommando des IV. Armeekorps und Gästehaus der kaiserlichen Familie



Ab 1931 nutzte die Deutsche Reichsbahn die Badeanstalt mit dem Turm der alten Wasserkunst. 1936/37 wurde der daneben liegende, alte Wehrturm „Kiek in de Köken“ zu einer nationalsozialistischen Kultstätte umgebaut. Durch Luftangriffe 1945 wurden auch Teile des Fürstenwalls, besonders im nördlichen Bereich, zerstört und 1973-75 abgetragen. Auch heute noch lädt der Fürstenwall zum lohnenden Spaziergang ein.





















Quellen

Badeanstalt mit dem Turm der alten Wasserkunst



Nach dem Krieg 1945 war vom ganzen Gebäude nur die Ruine des alten Wehrturms „Hinter der Ausfahrt zur Möllenvogtei“ erhalten geblieben, der einst als Wasserkunst gedient hatte.

Inzwischen erstrahlt der alte Turm als „Stadtturm“ in neuem Glanz und steht auch als Gästeappartement zur Verfügung. Mehr...(Link zum Betreiber)

zerstörte Brücke mit nördlichem Teil des Fürstenwalls