Startseite

Übersicht

FG Festungsanlagen

Veranstaltungskalender

Kontakt

Spendenkonto

Mitgliedsantrag

Düstere Pforte (Herrenpforte)

Die Düstere Pforte verband die Domfreiheit mit der Sudenburg. Wie die Bezeichnung Herrenpforte schon andeutet, diente sie den Domherren, um sich von der Domkirche zu ihren in der Sudenburg gelegenen Kurien zu begaben. Es wird vermutlich schon im 13. Jahrhundert ein solches Tor gegeben haben. 1305/06 befestigte die Stadt ihre Südfront mit hölzernen Palisaden und einem Graben davor. Die Herrenpforte wurde mit einem hölzernen Tor ausgestattet, das 1307 erwähnt wird. 1362 begannen die Bürger an der Herrenpforte einen steinernen Turm zum Schutze der Stadt zu bauen. Der seit Jahrzehnten schwelende Streit zwischen den Bürgern der Stadt und den Domherren brach wieder aus und der Erzbischof verbot für einige Zeit den Weiterbau. 1365 war endlich eine neue steinerne Stadtmauer mit Graben und mehreren Türmen fertiggestellt. Das neue Tor der Herrenpforte führte nun durch den steinernen Turm. Die Streitigkeiten zwischen den Bürgern der Stadt und den Domherren gingen jedoch weiter.







Rekonstruktionsversuch von Helmut Menzel, FG Festungsanlagen



Gefängnisturm und ehemaliges äußeres Tor










Quellen

1524 wurde ein tiefer Graben von der Elbe her aus dem Sumpf des ehemaligen Hafens des erzstiftlichen Bereiches heraus ausgehoben. An der Düsteren Pforte errichtete man zusätzlich Blockhäuser bis zum Sudenburger Tor (siehe Sudenburger Tor) und besetzte sie mit angeworbenen Söldnern und waffenfähigen Bürgern. 1525 bestätigte das Domkapitel den Altstädtern alle früher festgelegten Rechte, wie auch das Recht überall Verteidigungswerke errichten zu dürfen, auch unter der Bedingung, dass der Ein- und Ausgang zur durch die Herrenpforte und andere Tore nicht behindert werden dürfe. Bis 1537 wurde ein neuer Hauptwall mit Zwinger, Bollwerken und dem Rondell „Gebhardt“ (siehe Bastion „GebhardtCleve“) angelegt.

Schwere Kämpfe entbrannten 1631 auch an der Südfront der Stadt. Graf von Mansfeld hatte hier mit zahlreichen Sturmangriffen keinen Erfolg. Die Verteidiger konnten die Südfront noch halten, während die Angreifer bereits von Norden in die Stadt eindrangen. Im Januar 1632, als der kaiserliche Graf von Mansfeld in Magdeburg durch General von Pappenheim aus der schwedischen Belagerung befreit wurde, sprengten die Kaiserlichen vor ihrem Abzug auch die Düstere Pforte. Der alte Turm blieb erhalten, jedoch die Torpassage nicht wieder geöffnet. Die Bezeichnung Düstere Pforte weist auf die Dunkelheit in der Passage durch die Torpoterne hin. In den langen, engen und kurvigen Gang drang kaum Licht. Der 1362 erbaute Turm blieb noch bis 1875 erhalten und diente lange Zeit als Gefängnis für Schwerverbrecher.