Startseite

Übersicht

FG Festungsanlagen

Veranstaltungskalender

Kontakt

Spendenkonto

Mitgliedsantrag

Die Brücktore

Im 10. Jahrhundert überquerte man die Elbe, die sich damals im Bereich der heutigen Stadt noch in mehrere Arme spaltete, einfach an der flachsten Stelle. Die Domfurt lag im Bereich des Domfelsens. Bei Niedrigwasser liegt der Felsen in der Elbe auch heute noch frei. Ohne diese Furt wäre die Stadt Magdeburg vermutlich nicht entstanden. Da bei Hochwasser Passagen kaum möglich waren, ging man irgendwann zum Bau von Brücken über. Die erste nachweisbare Elbbrücke aus dem 13. Jahrhundert befand sich dann auch in unmittelbarer Nähe des Domfelsens. Es muss eine Art Damm mit mehreren steinernen Durchlässen, Holzbrücken und einem hölzernen Turm als Brückenkopf am westlichen Elbufer unterhalb des Domes gewesen sein. 1250-75 wurde das Elbvorland zwischen Petriförder und Heiliggeiststraße besiedelt. Die Mauer zum Schutz der Siedlung wurde 1270-75 auch mit einem Brücktor ausgestattet. Während einer Prozession 1275 stürzte die Brücke ein und es gab viele Todesopfer.







Magdeburg um 1600, Auszug Gemälde im Kulturhistorischen Museum Magdeburg



Rekonstruktion von Helmut Menzel, FG Festungsanlagen



Eine neue Brücke entstand etwa 600 Meter nördlich der alten. 1524-31 wurde ein äußeres Torhaus über der Elbbrücke errichtet und ein inneres Torhaus an der Stadtmauer mit einem Turm daneben. Der Brückenkopf und die Tore befanden sich etwa in Höhe der jetzigen Einfahrt zum Parkhaus des Einkaufszentrums am Schleinufer. 1533 wurde auf Befehl des Rates das alte erzbischöfliche Landwappen und ein anderes Wappen vom Brücktor abgeschlagen und an derselben Stelle das kaiserliche Wappen angebracht. Es befanden sich nun das kaiserliche Wappen, darunter eine Jungfrau, das Stadtwappen und die Wappen der beiden regierenden Bürgermeister Claus Storm und Heine Alemann am Brücktor, bis Kardinal Albrecht vom Rat verlangte, dass erzbischöfliche Wappen wieder anzubringen. Bei der Eroberung der Stadt 1631 brannten die Elbbrücken nieder und damit auch das äußere Brücktor auf der Brücke. 1632 entstand eine Behelfsbrücke, doch erst 1666 wurde eine neue Brücke gebaut.







Rekonstruktion Innenseite um 1600, Helmut Menzel, FG Festungsanlagen



Rekonstruktion Elbseite um 1600, Helmut Menzel, FG Festungsanlagen



Napoleon besichtigte 1813, während der französischen Besatzungszeit, die Magdeburger Festungswerke und veranlasste den Abriss des Turmes neben dem Torhaus. Mehrfach wurden Pfeiler der Brücke beschädigt und Notbrücken als Elbübergang errichtet. Die Brücke war zuletzt ein notdürftig repariertes Flickwerk aus Stein- und Holzelementen und verfiel zunehmend. 1861 begann der lang ersehnte Bau einer neuen eisernen Strombrücke, einige Meter nördlich, in Verlängerung des Johannisberges. 1862 wurde die neue Brücke mit dem neuen Brücktor eingeweiht. Das alte Brücktor musste mit der alten Brücke weichen.

Das neue Brücktor war als offene Torpassage, von zwei kasemattierten Türmen flankiert, errichtet worden. Die Brücke fiel dem 2. Weltkrieg zum Opfer. Auch das neue Brücktor gibt es heute nicht mehr. Die Reste wurden nach 1945 abgerissen. Von der an das Tor anschließenden krenelierten Mauer sind noch geringe Reste erhalten, nördlich der heutigen Strombrücke.







altes Brücktor 1810, Auszug Radierung



altes Brücktor 1855, Lithographie-Auszug





Quellen

eiserne Strombrücke mit dem neuen Brücktor, stadtseitig, Foto ca. 1905, coloriert


Strombrücke mit dem neuen Brücktor, elbseitig